Kubanische Flora und Fauna, Besuch bei einer episkopalen Gemeinde und Aufbruch nach Varadero
- janaelinaschelble
- vor 2 Stunden
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Tag 11, 07.02. - von der Reisegruppe (Nadja)
Als wir durch rurale Gegenden fahren, zeigt Dagoberto uns die heimische Flora und Fauna: Die Geier, die immer dort kreisen, wo ein Kadaver liegt; die schwarz-roten Krabben, die für die Paarung in die Wälder ziehen und dann als Jungtiere wieder zurück ins Meer krabbeln - und bei diesem Hin und Her häufig Autos und Geiern zum Opfer fallen -, die dabei wiederum mit ihrer Spannweite von 1.50m Verkehrsunfälle verursachen. Er spricht von Mangusten, eine Art überdimensionierte Ratte, die von einer Kolonialmacht eigentlich zur Bekämpfung der Ratten in Kuba eingeführt worden war, sich allerdings mit diesen verbündete. Wir sehen kleine Ziegen- und Rinderherden, Hühner und zunehmend Pferdefuhrwerke oder auch einzelne Reiter.
Unser Dolmetscher zeigt uns eine chinesische Solaranlage, Produktionsstätten und Zuckerfabriken. Die vielen Propagandatafeln bleiben unkommentiert.

An die 50 Frauen erwarten uns in ihrer 1995 gegründeten episkopalen Gemeinde mit Partnerkirche in Tallahassee, Tennessee, die sie „kulturell, intellektuell und moralisch“ unterstützt. Im Dorf mit 836 Bewohner:innen gehören ca. 280 Personen dieser Gemeinde an, fast ausschliesslich Frauen. An die Wände geschobenen Kirchbänke bilden den Raum, in dem wir herzlich empfangen werden. Alexandra eröffnet unsere Begegnung mit einem Gebet, wir stellen uns kurz vor. Daraufhin singen wir gemeinsam zu Karaoke-Videos. „Con Cristo me voy, voy, voy …“ Der Reihe nach steht jede Frau auf, nennt ihren Namen und ihre Funktion in der Gemeinde: Besuche bei Kranken, Bedürftigen und Angehörigen von Gefängnisinsassen, als Sonntagsschullehrerinnen, Schneiderin, Leiterin des Seniorinnen-Turnens, Sekretärin, und auch als Betreuerin des Living Waters-Projekts, das uns im Abschluss präsentiert wird und das dem Dorf selbst bei Stromausfällen zumindest sauberes Wasser garantiert.



Unser Willkommens-Snack besteht aus Früchten und Crackern. Vor den Fenstern ziehen Pferdefuhrwerke, Reiter, ein rufender Zwiebelverkäufer, Rinder vorbei. Hunde wuseln um unsere Füsse.

Während das Mittagessen vorbereitet wird, werden wir weiter - per Power Point in die Gemeinde - und mithilfe eines ausgedruckten Action Plans - in die Statuten eingeführt. Zusammengefasst: An erster Stelle steht das Commitment zu Gott, das in Liebe, Bescheidenheit und Glauben gelebt wird.
Nach einem üppigen Mittagessen mit diversen Salaten aus eigenem biologischen Anbau, Gemüse, Hühnchen und selbstgepressten Säften besichtigen wir noch die Living Waters-Anlage im Hinterhaus und kommen mit den Frauen ins Gespräch.


Der Abschied ist herzlich und wird von Gruppenfotos gekrönt. Es gibt hier, anders als an den bereits besuchten Orten in Kuba zwei rasche Küsschen auf die Wange. Die Frauen laufen auf den erdigen Wegen in alle Richtungen davon.
Wir fahren zurück durch sanft hügelige Landschaften mit Teak- und Eukalyptusbäumen, Reisfelder, Zuckerrohr, Sisal, …
Varadero empfängt uns mit Sonnenschein und wir nutzen die freie Stunde vor dem Abendessen, um in die Touristenshops auszuschwärmen oder uns noch einmal in die Wellen zu stürzen und den Sonnenuntergang zu geniessen. Zum Nachtisch gibt es Schokoglace.



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