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Das Centro Kairos in Matanzas

Tag 9, 05.02 – von der Reisegruppe (Madeleine)


Am frühen Morgen sehe ich zum ersten Mal einen Mandelbaum. Dieser steht in der Strasse unserer Unterkunft und unser Reisebegleiter Dagoberto zeigt uns die daumengrossen Mandelfrüchte, die am Boden liegen.


Um 7:30 geht es mit dem Bus zum Centro Kairos in der nahegelegenen Stadt Matanzas. Während der Fahrt am Meer entlang stelle ich mir vor, wie wohl die jetzt sehr trockene Buschlandschaft in der Regenzeit aussieht. Das Centro Kairos ist eine baptistische Kirche, die sehr viel soziale Arbeit macht und auch viel mit Kunst, Musik und neuen liturgischen Formen arbeitet. Sie integrierte kubanische Musik in die Liturgie, wodurch sie sich vom konservativen Teil der baptistischen Kirche abspaltete.



Als wir in den mit bunten Paramenten dekorierten Speiseraum neben der Kirche kommen, erklärt uns Wanda, die Direktorin des Zentrums, wie wir das Frühstück vorbereiten sollen, an dem jeden Tag ungefähr 50 vulnerable Personen teilnehmen. Unter den Personen sind vor allem ältere Menschen, die alleine leben und von ihrer viel zu kleinen Pension von 7 Fr. im Monat leben müssen (so viel kostet eine Schachtel Eier). Es gibt Brötchen mit Mayonnaise und Kaffee aus den elektrischen Bialetti mit Milch, die wir aus der Gefriertruhe auftauen.



Das Centro Kairos wurde 1994 gegründet (mit dem Frühstücksprojekt) in der tiefen Wirtschaftskrise der 90er. Die Kirchen waren damals diejenigen, die vieles von der Krise auffangen mussten, wodurch sie auch vom Staat wieder akzeptiert wurden (nachdem nach der Revolution 1959 Religionen sehr beschränkt worden waren). In einer Gesprächsrunde erklären uns Wanda und die Frauen, die an den Projekten arbeiten, ihre heutige Arbeit in den Bereichen Liturgie, Kunst und Sozialarbeit und zeigen uns ihre Handarbeiten: Strickereien, Buchzeichen, Armbänder, Schlüsselanhänger, Magnete und selbst genähte Paramente. Tatsächlich gefallen mir diese Handarbeiten viel besser als die meisten Souvenirs an den touristischen Orten und so kaufe ich mir einen gestrickten Untersetzer für Kaffe oder Tee.



Als wir vor dem Mittagessen einen kleinen Stadtrundgang machen, wird es plötzlich warm, was ich sehr geniesse nach einer Woche mit Kaltfront, in der der Rekord für die kälteste Temperatur mit 0.1 °C gebrochen worden ist, seit diese in Kuba gemessen wird (Zitat der Woche von Alrxandra: „Aiaiaiaiai so kalt hab ich‘s hier ja noch nie erlebt“).

Auf dem Rundgang lernen wir, dass Matanzas sozusagen das Venedig von Kuba ist, denn es wurde um eine Bucht herum gegründet und es fliessen hier viele Flüsse zusammen, welche Matanzas in verschiedene Nachbarschaften einteilen (zB Versalles, wo französische Siedler waren). In der ganzen Stadt gibt es öffentliche Kunst und Gallerien, die Mauern sind mit Street Art bemalt und am Fluss entlang stehen viele Skulpturen. Das finde ich sehr faszinierend und eigentlich ist die Gruppe viel zu schnell unterwegs - es gibt hier so viel zu bestaunen!

In der belebten Hauptstrasse merkt man, dass Matanzas vor ein paar Jahren renoviert wurden. Mir fallen die leuchtenden Farben der Hauswände sofort auf und es gibt verteilt kleine Privatgeschäfte und Essensstände mit Bananenchips, Churros oder Eiscreme.



Zurück im Centro Kairos dürfen wir ein leckeres Mittagessen geniessen inklusive zuckriger Süsskartoffelcreme zum Dessert. Nach einem Energieschub durch Kaffee mit Zucker - oder ich sollte eher sage Zucker mit Kaffee - bringen uns die Frauen in der Kirche und Dagoberto den ganzen Nachmittag lang Folklore-Tänze bei: darunter Salsa, Rumba, Bachata, arabische und französische Kreistänze, Mambo, Cha cha cha und Reggaeton.

Das macht natürlich sehr viel Spass, überall sehe ich lachende Gesichter. Zudem erhasche ich einen Blick auf die Gesangs-Proben im Kirchenraum nebenan, welche Teil der Musik-Projekte hier sind. Am frühen Abend kehren wir bei Wind und Regen wieder nach Varadero zurück, aber ich freue mich schon morgen zurück zu kommen und die Jugendgruppe des Centro Kairos kennen zulernen.



 
 
 

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