Heimkehr

Aktualisiert: März 10

Der Abschied von San Nicolas fällt schwer.

Am Vormittag des letzten Tages wurde ausgewertet: das Schöne benannt, das Wiederholenswerte festgehalten, das Verbesserungswürdige ausgesprochen. Alles in allem war es eine gute Zeit mit vielen wertvollen Erfahrungen für beide Seiten. Die Sozialprojekte waren teilweise schwierig für alle von der Situation her, aber als Team haben wir es gut getragen. Der Zusammenhalt als Gruppe ist über die vergangenen 10 Jahre intensiver geworden; Wir wagen es mehr, Dinge offen anzusprechen, aber auch die Zuneigung wird offener zum Ausdruck gebracht. Die Reise brachte für alle viel Leben im Jetzt; wer schon zum zweiten oder dritte Mal dabei ist, sieht Entwicklungen. Viele kleine Schritte vieler einzelner aus einem kleinen Kanton in einem kleinen kubanischen Dorf können eben doch etwas bewegen.

Wir sind uns an diesem letzten Tag der Reise sehr bewusst, dass es Pionier*innen gab, die mit viele Ausdauer vorgespurt haben, dass es Helfer*innen gibt, die nicht mit auf Reisen sind, ohne die es dieses Projekt aber nicht möglich wäre - danke! - und dass es inzwischen viele Menschen gibt, die diesem Projekt verbunden sind. Wir wollen diese Partnerschaft unbedingt weitertragen.

Der Abschied zieht sich hin bis zur Abfahrt am Abend. Wir spüren genau voneinander, wer die Zeit gerne nutzt mit letzten Briefen und dem Austausch von Erinnerungen - und wer am liebsten sofort gehen möchte, einfach weil das Herz immer schwerer wird.

Nun ist es Zeit, die (vor)letzte Überraschung aus dem Hut zu zaubern: mit einer ganz nostalgischen Sofortbildkamera und Fotos für alle.


Irgendwann ist es soweit: die Koffer - immer noch recht schwer, da nun vollgepackt mit 15 Kilo Bohnen - werden in den Bus gehievt. Eine letzte Umarmung, ein letztes Winken. Seltsam für uns, dass wir zwei unserer Solothurnerinnen zurückzulassen, die auf eigene Faust das Land noch weiter erkunden werden.

Und dann hilft nur noch eins: dem Kulturschock ins Auge sehen, der uns dieses Mal heftiger schütteln wird als auch schon. Vor allem die menschliche Nähe werden wir vermissen, das Lächeln und Winken auf der Strasse, die ausgesprochene Wertschätzung und Freundschaft und das unkomplizierte Miteinandner von Jung und Alt, das legere Unterwegssein.

Böhnli zum Aussortieren und "Heimweh"essen haben wir ja zum Glück dabei: das Auslesen der Bohnen und das Aufhängen aller Namen in der Reformierten Stadtkirche werden wir bald tun! ... damit die Erfahrungen nicht nur im Herzen, sondern auch sichtbar ihren Platz behalten.


Und ja, auch wir werden vermisst: die ersten WhatsAppnachrichten trafen schon ein, da hatten wir noch nicht einmal den Flughafen in La Habana erreicht ...

"Chicos, se les extraña muchissimo ..." dt.: Leute, Ihr werdet hier sehr vermisst! Gerade in diesem Moment sehe ich in den Himmel hinauf und denke an Euch. Ich würde gerne die Zeit beherrschen können und ihr befehlen können, dass sie sich um eine Woche zurückdreht. Und wenn die Zeit mich zurückbringen könnte, würde ich ihr sagen wollen, dass sie bei diesem Zeitpunkt stehen bleibt, damit wir alle zusammen bleiben können, in Freude und Freundschaft. Ihr seid etwas ganz besonderes für mich: Ich liebe jede und jeden einzelnen von euch, ich liebe euch alle genauso sehr wie meine Freundinnen und Freunde hier in Kuba: Danke dafür, dass Ihr ein Teil meines Herzens und ein Teil meines Lebens geworden seid. Was wir zusammen erlebt haben, wird uns für immer verbinden. Heute sage ich Gott Danke für jedes Lächeln von jeder und jedem von euch: für eure Liebe, eure Freundschaft, eure Begleitung. Eine gute Nacht uns hier in Kuba - und euch in der Schweiz, sechs Stunden weiter, einen schönen neuen Morgen! Euer Y."




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