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Volltanken, bitte!

Energiebedarf, Energieverbrauch, Energieverschwendung.

Von Madeleine aus Solothurn


Am 6. März in der Reformierten Stadtkirche Solothurn und am 3. April in der Reformierten Kirche Zuchwil gab die Reisegruppe Februar 2022 einen besonderen Einblick in ihre bleibenden Erfahrungen. Gedanken zur Fastenkampagne von HEKS-Brot für alle.

Der obere Teil des Plakates der Ökumenischen Fastenkampagne zeigt ein schönes, warmes Schaum-Bad! Das ist sehr angenehm für uns, besonders an kalten Tagen. Auf Kuba trifft hingegen nur die untere Hälfte des Plakates zu. Auf die Frage, ob es in unserer Partnergemeinde San Nicolás in Kuba Badewannen gibt, lautet die Antwort «Ha no nie eini gseh», und auch die Duschen sind alles andere als verschwenderisch.

Man hat doppelt Glück, wenn das Wasser überhaupt kommt, und wenn es ausserdem nicht kalt ist. Lauwarm wird es, wenn es Strom gibt und die Heizspirale funktioniert. Meistens wird also schnell unter einem dünnen kalten Wasserstrahl geduscht. Unter diesen Bedingungen dauert das Duschen nicht lange genug, um Wasser verschwenden zu können.


Das untere Foto auf dem Plakat trifft leider in mehrfacher Hinsicht auf Kuba zu.

Das wurde uns am Strand Playa Caimito so richtig bewusst. Denn an diesem Strand wird das Foto für die Kampagne der Fastenzeit doppelt zur traurigen Realität.













Seit der Corona- und Wirtschaftskrise versuchen wieder sehr viel mehr Menschen mit Booten von Playa Caimito aus nach Mexiko zu gelangen, einige mit selbstgebauten Booten. Ein Drittel der Menschen, meist Jugendliche, sterben bei diesem Versuch oder bei der gefährlichen Transitreise durch Mexiko. Für mich war

der Tag in Playa Caimito eine sehr bedrückende Situation, denn ich habe mit Jugendlichen in unserer Gruppe gesprochen, die auch gerne das Land verlassen würden. Eindrücklich und bedrückend, wie ausgestorben das Dorf ist. Es leben nur noch eine kleine Hand voll Menschen dort; alle anderen Häuser stehen verwaist und leer.

In Playa Caimito haben wir auch die Folgen des Klimawandels mit eigenen Augen gesehen. Der nicht-touristischen Strand in Caimito schrumpft jedes Jahr ein bisschen mehr. Raiza - eine junge Frau der Jugendgruppe in Kuba macht jedes Jahr von diesem Baum ein Foto, jedes Jahr steht er näher am Wasser. Die Jugendlichen aus Kuba haben uns erzählt, dass in 1-3 Jahren Jahr das Wasser bis zur vordersten Häuserlinie ansteigen wird.











Für mich ist das unvorstellbar und es macht mich traurig … und wütend. Denn die Menschen, die hier leben, verschwenden nicht so viel Energie, dass sie dies selbst verursachen; sie haben ja kaum genug Energie für das Nötigste. Trotzdem sind sie direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen.


Wir müssen uns alle endlich mehr Gedanken über unseren Energie- und Ressourcenverbrauch machen; jetzt in der Fastenzeit wäre ein guter Zeitpunkt dafür.

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