• Sabine

Menschen: Omar*, alleinerziehend

Aktualisiert: Feb 25



Vater von Omesy und Omar (Junior). Ständig am Strahlen. Alle drei. Die Kinder sind 3 und 4 Jahre alt. Der Vater ist Hausmann. Richtig futuristisch. Oder einfach den Umständen entsprechend: Seine Frau ist seit einer Weile an MS erkrankt und inzwischen in so einem schlechten Zustand, dass sie in der Klinik bleiben muss.

Omar und die Kinder wohnen in einem Haus, welches aus einem einzigen Raum besteht. Früher wurden hier die Sklaven zwischengelagert und gehandelt.

Jedes mal wenn wir mit unseren Farbtöpfen, Pinseln, Lampen und Kabeln ankommen, wissen wir nur wenig, was uns erwarten wird. Hier in diesem Haus empfängt uns eine interessante Mischung aus Energie, Warmherzigkeit und Ruhe. Trotz dem üblichen Getriebe, dem Gefieder, welches im Staub wühlt und Nachbarn, die handwerken, spüren wir Zufriedenheit und vor allem im Garten, viel Frieden. Komisch, bei dieser Vergangenheit und Gegenwart, welches das Haus und seine Bewohner hat.



Omar ist ebenfalls Feldarbeiter, wie wahrscheinlich viele hier im Dorf. Doch er kann nur sehr selten zur Arbeit. Schliesslich hat er zwei Kinder, welche noch nicht zur Schule gehen. Mit einem Strahlen trägt er den weinenden Omar auf seinen starken Armen. So viele unbekannte Leute verängstigen den Jungen. Auch Omesy sitzt mit grossen Augen und einem Stück Brot mit Aufschnitt im Türrahmen und beobachtet. Kurz darauf verschwinden sie im Nachbarhaus, wo der Bruder von Omar lebt. Er hilft aus wo er kann; leitet sogar einen Wasserschlauch in den Nachbarsgarten, damit Omar wenigstens im Garten eine rostige Tonne mit Wasser füllen kann. Auch die ältere Tochter, welche gerade ihr erstes Kind bekommen hat, lebt neben Omar. Wegen ihr ist die Familie vor 6 Jahren von Matanzas hierher gezogen.


Eine Toilette gibt es nicht. Dafür eine kleine Küche im Garten und ein Bett für drei und ein kleines Gestell mit ein wenig Kleidern und einem Spielzeug für jedes Kind. Omar kocht auf einer Elektroherdplatte die paar Tomaten und Kartoffeln, welche wir jetzt nach draussen transportieren, um Steckdosen und Licht zu installieren.

Omar erzählt mir wie wichtig es ihm ist, für seine Kinder zu sorgen. Er wäscht sie, versucht ihnen die beste Ernährung zu ermöglichen und ihnen die Stabilität und Sicherheit zu geben, welche jedes Kind eigentlich bräuchte. Inzwischen haben sich Omesy und Omar an uns gewohnt. Sie kommen näher und strahlen jetzt genau so wie ihr Vater.


Im Garten spielen wir zum zweiten Mal «Fische fangen». Dieses mal dienen kleine Mangos vom Boden als Beute. Wir kochen sie im Mundschutz, welcher als Pfanne dient. Omar wirft möglichst viel Salz (Erde vom Boden) hinzu, während Omesy immer wieder umrührt. Die Kinder streiten nicht; beide haben ihre Aufgabe und wenn sie unsicher sind halten sie sich gegenseitig an den Händen.


Nina Graf



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