Día once

Aktualisiert: Feb 25



Heute ist Valentinstag, und offensichtlich hat dieser hier eine sehr wichtige Bedeutung. Man wünscht sich bei jeder Begrüssung alles Gute, und am Abend erwartet uns eine «noche de amor».


Der Morgen allerdings steht unter dem Motto «Sport in Kuba», und der erste Teil wird von einer «profesora» der Sportuniversität bestritten. Sie kommt zwar im Adidas-Sport-Dress daher, ist allerdings eher im Alter einer Rentnerin und muss sich wegen Rückenproblemen setzen. Wir schauen uns dann auf dem Laptop ihre Powerpoint-Präsentation an (Strom hat es gerade keinen) und hören, wie wahnsinnig toll das Sportsystem in Kuba ist. Wenn man so zuhört, merkt man allerdings, dass es eigentlich keinen Unterschied zu uns gibt. Wir haben ja auch ELKI-Turnen, Sportunterricht an der Schule, Sportförderprogramme etc. – also so wahnsinnig überraschend oder neu ist das nicht.

Dann kommt der praktische Teil, der von einer Studentin der «profesora» bestritten wird, er nennt sich «Sanabanda». Konkret heisst das, dass wir ein bisschen Aerobic zu kubanischer Musik machen. Die Wechsel der Musik und somit der Schrittfolge sind so rasch, dass wir kaum richtig in den Rhythmus finden. Etwas kurz auch das Ganze, so kurz dass Vera meint, sie habe wohl maximal zwei Kalorien verbraucht. 😊


Interessant ist jedoch der Besuch der ehemaligen Spitzensportlerin Yvonne Leal, die viele Medaillen gewonnen hat im Speerwurf, Ende der achtziger Jahre war sie im Letzigrund. Sie ist inzwischen etwas weniger sportlich als damals, hat aber eine wunderbare Ausstrahlung und zeigt uns ihre Fotos, die sie mit Fidel zeigen. Und sie spricht ein paar Worte Deutsch, hat noch Kontakt mit der DDR-Sportlerin Petra Völkl (??: normalerweise würde ich dies jetzt rasch googeln, aber hier habe ich ja kein Internet…), die immer noch den Weltrekord hält.

Den Nachmittag brauchen wir für Organisatorisches, wir müssen noch Sachen vorbereiten für den Abend, ausserdem merkt man, dass sich unser Aufenthalt dem Ende nähert. Alle wollen noch unbedingt etwas erledigen, müssen noch Einkäufe machen (Zigarren, Rhum, Bohnen), schliesslich hat es in unseren Koffern jetzt sehr viel Platz.


Und immer wieder gibt es Raum für ein spontanes Fussball-Spiel, so auch heute.

Heute können wir zusehen, wie unsere Köchinnen den Reis aussortieren, dieser ist nicht so sauber und rein wie in der Schweiz, es hat Verunreinigungen darin, die man vorher von Hand aussortiert. Hier dauert wirklich alles ein bisschen länger…

Die «noche de amor» beginnt etwa eineinhalb Stunden später als angesagt, aber die Leute von ausserhalb, die auch gekommen sind, warten einfach geduldig, bis alles bereit ist. Sofía hat das Programm voll im Griff, es gibt viele Liebesgedichte, Lieder (auch wir tragen zwei Stücke bei), und Spiele (die nicht für alle gleich witzig sind). Wichtig ist das Zusammengehörigkeitsgefühl, die Freundschaft, die uns alle verbindet – das wird an diesem Abend zelebriert. Das zeigt sich dann auch in den Überraschungen, die wir füreinander vorbereitet haben. Die Schweizer Gruppe hat im Garten aus Schoggiherzen ein grosses Herz auf den Boden gelegt, in der Mitte steht «amor y amistad», und das Ganze wird von Kerzen beleuchtet. Nun dürfen alle ein Schoggiherzli nehmen und es jemandem schenken – das ist sehr stimmig. Dann erhalten alle von uns SchweizerInnen ein Geschenk der Jugendgruppe von hier, ein herrlich kitschiges Plakat, ein noch etwas kitschigeres selbstgebasteltes Pilz-Figürchen und ein selbstgeknüpftes Freundschaftsbändeli, alles sehr liebevoll, man spürt, dass es von Herzen kommt.

Anschliessend wird noch getanzt, zuerst im Hof und dann in der Diskothek – buenas noches!


Beatrice

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